Kredit für Arbeitslose – wie geht das?

Wer mit der schlimmen Situation leben muss, arbeitslos oder anderweit knapp bei Kasse zu sein, ruft schnell nach einem Kredit. Windige Anbieter und Experten für Kreditbetrug wissen das zu nutzen und stehen schon Gewehr bei Fuß. Gibt es in derartigen Fällen aber Möglichkeiten, seriös an eine „Finanzspritze“ zu gelangen?

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Die Lage ist schwierig, jedoch nicht aussichtslos

Fragezeichen Oft werde ich gefragt, ob es nicht möglich wäre, einen Kredit trotz bestehender Arbeitslosigkeit, trotz Hartz IV oder als Alleinerziehende(r) mit geringem Einkommen etc. zu erhalten. Meine Antwort lautet meist: Im Grunde nein, doch die Lage ist nicht aussichtslos! Sollten auch Sie sich vorübergehend in misslichen Verhältnissen befinden, gilt außerdem der dringende Rat: Fallen Sie nicht auf unseriöse Darlhensgeber oder gar Betrüger herein. Sie locken mit Angeboten wie „Kredit trotz Arbeitslosigkeit (Hartz IV)“, „Kredit ohne Bonitätsprüfung“, „Kredit bei Überschuldung“ und Ähnlichem. Prüfen Sie derartige Offerten genau und lassen die Finger davon, sollten Vorauszahlungen verlangt werden. Solche „Pappenheimer“ sind allseits bekannt. Von denen sehen Sie keinen müden Cent. Denken Sie immer an die allgemeine Regel:

Keiner verleiht Geld, wenn er nicht sicher ist, ob er es zurück bekommt.

Das trifft ebenso auf Kredite ohne Schufa zu. Sie werden ausschließlich von ausländischen (schweizer) Banken vergeben. Allerdings prüfen auch diese Gehaltsnachweise, Kontoauszüge und Ihre wirtschaftliche Gesamtsituation. Danach entscheiden die Geldgeber, ob und zu welchem Zinssatz sie Ihnen ein Darlehen gewähren. Sind Sie als Antragsteller arbeitslos, Hartz IV-Empfänger oder befinden sich in einer schlechten wirtschaftlichen Lage, rutschen Sie in den meisten Fällen durchs Raster. Es sei denn, Sie bieten der Bank (es kann genauso ein Marktplatz für Privatkredite sein) eine Sicherheit.

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Ehrlich und offen mit Vertrauten über Ihr Problem sprechen

Die Chancen ein Darlehen zu erhalten erhöhen sich enorm, bringen Sie einen zweiten Kreditnehmer oder einen Bürgen ins Spiel. Diese Person muss freilich die geforderte Bonität mitbringen, da sie ja im Notfall finanziell (sicher) für Sie einspringen soll. Das Problem, vor dem Sie stehen ist: Wer kommt als Bürge infrage, wen kann ich ansprechen? In der Regel werden das Familienangehörige (Ehepartner, Eltern, Geschwister) oder gute Freunde sein. Seien Sie sich jedoch darüber im Klaren, dass, wenn diese Menschen tatsächlich für Sie einspringen müssen, familiere Verwerfungen bzw. zerbrochene Freundschaften nicht selten die Folge sind. Setzten Sie sich also vor Übernahme einer Bürgschaft mit Ihrem potenziellen Bürgen an einen Tisch und besprechen Ihr Problem in aller Ruhe und Offenheit. Erläutern Sie Ihrem Gegenüber Ihre finanziellen Möglichkeiten und überzeugen Sie ihn davon, dass Sie in der Lage sind, den Kredit auch ohne seine Hilfe regelmäßig abzuzahlen. Ehrlichkeit hilft Ihnen auf jeden Fall weiter, vielleicht finden Sie gemeinsam sogar andere Lösungen. Befinden Sie sich mit Ihrer Familie oder die Kinder in einer Notsituation, kann Ihnen eventuell die Hilfsbereitschaft anderer Menschen entgegenkommen. Geeignete Spendenplattformen, auf denen Sie Ihre Bitte um Unterstützung publik machen können, finden Sie im Internet.

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Bei einer Bankbürgschaft auf die richtige Art achten

hand geld Haben Sie genug Informationen eingeholt und sind mit Ihrem Bürgen einig, gehen Sie zur Bank oder suchen sich online einen Kreditanbieter. Das können Sie über einen Vergleichsrechner oder einen Marktplatz für Kredite von Privat problemlos bewerkstelligen. Wissen müssen Sie jedoch, dass kein Kreditgeber vom Gesetz verpflichtet wird, Ihren Bürgen über die Konsequenzen seines Tuns aufzuklären. Einmal unterschrieben, ist eine Bürgschaft vor Gericht selten anfechtbar. Deshalb ist vorher schlaumachen unbedingt notwendig. Die Recherchen im Hinterkopf, sollte sich Ihr Bürge nur auf eine gebräuchliche Ausfall- bzw. gewöhnliche Bürgschaft einlassen. Bei dieser Art von Bürgschaft muss er nämlich erst dann einspringen, wenn der Gläubiger, um an sein Geld zu kommen, alle gesetzlich zulässigen Maßnahmen, bis hin zur Zwangsvollstreckung, ausgeschöpft hat. Darüber hinaus existieren noch anderen Bürgschaftsarten, bei denen es allerdings ratsam ist, die Finger herauszunehmen. Eine davon bezeichnen Fachleute als selbstschuldnerische Bürgschaft. Unterschrift Der Bürge verzichtet hier auf die sogenannte „Einrede der Vorausklage“. Das bedeutet nichts anderes, als dass der Sicherungsnehmer sofort auf den Bürgen zurückgreifen darf, ohne die gesetzliche Tippel-Tappel-Tour gehen zu müssen. Der Ärger ist gewissermaßen vorprogrammiert. Gerichte kennen dieses Problem und urteilen im Klagefall oft zugunsten des Bürgen. Besonders dann, wenn der Bürge von vorn herein finanziell überfordert war, er nur aus emotionaler Verbundenheit zum Schuldner gehandelt und der Gläubiger Letztere für seine Zwecke ausgenutzt hat. Das berücksichtigen seriöse Banken natürlich bei Ihrer Entscheidungsfindung und verweigern im Zweifelsfall den Kredit. Überlegen Sie sich also genau, wen Sie als Bürgen benennen oder, besser noch, verzichten in schwierigen Lebenssituationen ihretwillen und um des lieben Friedens willen ganz auf ein Darlehen. Es finden sich bestimmt andere Wege!

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