Selbstständige, Freiberufler und Kredite – passt das zusammen?

Selbstständige, oder in ihrer Sonderform Freiberufler, brauchen zum Start oder Unterhalt ihrer Tätigkeit Geld, nicht selten ist es Fremdes. Doch wie sieht es aus in einer Finanzwelt der Niedrigzinsen? Sind Banken ihnen gegenüber immer noch so freigiebig wie vor Jahren?

Ein Stück weit zur Aufklärung kann dabei eine Marktstudie des Freiberuflermagazins SOLCOM beitragen. Zwischen September und Dezember 2016 führte das Blatt eine Umfrage unter seinen Lesern durch, in der es darum ging,

  • welche Kredite Freiberufler hauptsächlich nutzen,
  • woher diese kommen und
  • zu welchen Konditionen sie vergeben werden.

Das Erstaunliche am Ergebnis war, dass mehr als 2/3 der Teilnehmer (68,1 %) für ihre Tätigkeit keine externen Geldquellen benötigen. Niedergelassene Ärzte, Rechtsanwälte, Notare, Steuerberater, Künstler, Journalisten und Schriftsteller sind entweder finanziell gut aufgestellt oder benötigen für die Ausübung ihres Berufes wenig Kapital. Lediglich 4,2 % müssen ihre Tätigkeit im vollen Umfang fremdfinanzieren, der Rest geht nur hin und wieder zum Geldverleiher.

Befragt zu welchem, war das Resultat wenig spektakulär. Wie die meisten Bundesbürger laufen auch Freiberufler ganz traditionell persönlich zu einer privaten Geschäfts- oder Genossenschaftsbank. Im Kommen allerdings sind mit 14,9 % Onlinebanken und mit 19,6 % private Geldgeber. Auch bei den aufgenommenen Kreditarten gibt es kaum Überraschungen. 40,8 % der Befragten nehmen klassisch Ratenkredite auf und 37,1 % sogar nutzen den teuren Dispokredit. Ein hohes Potenzial also zum Nachdenken und Umschulden →.

Was uns jedoch nachdenklich stimmen sollte, ist die Tatsache, dass die Kreditinstitute gegenüber Freiberuflern keineswegs mehr so freigiebig sind, wie es sich in einer 2010 durchgeführten Befragung zeigte. In Zeiten schlechter Geschäftsbedingungen sitzt die Angst vor Kreditausfällen tief. Am liebsten hat die Bank immer noch einen Kreditkunden mit hohem, festem Einkommen. Idealerweise sollte es ein gut verdienender Beamter mit entsprechenden Pensionsansprüchen sein. Auf Selbstständige und freiberuflich tätige Menschen trifft das eher nicht zu, bei ihnen fahren die Banken auf Sicherheit. So gaben beispielsweise mehr als 1/3 der Leser an, ihre Hausbank würde in den letzten Jahren ständig höhere Sicherheiten verlangen, ebenso hätten sich die Konditionen verschlechtert. Vor 7 Jahren waren es nur 11,1 %, die das beklagten. Deren Zahl hat sich verdreifacht. Noch deutlicher fiel das Ergebnis auf die Frage aus: „Sehen Sie sich allgemein als Freiberufler bzw. Selbstständiger bei der Kreditvergabe benachteiligt?“ Über 80 % antworteten mit ja. Vorausgesetzt der Trend hält an, ist das kein gutes Omen für diejenigen, die nicht im warmen Schoß eines Geldgebers sitzen, sondern ihren Unterhalt tagtäglich selbst erwirtschaften müssen. Sie alle laufen Gefahr, wie schon jetzt viele ihrer Kollegen, von den Banken eines Tages gänzlich abgewiesen zu werden.

Wie immer und überall gibt es auch für diese Fälle Alternativen. Noch sind sie zu wenig bekannt, nichtsdestotrotz haben sie, wie zum Beispiel Marktplätze für Kredite von Privat, steigenden Zulauf. Auf den Marktplätzen vergeben nicht Banken die Darlehen, sondern private Investoren. Für diese gelten andere Maßstäbe. Ihnen geht es nicht allein um ein festes Einkommen, sondern es sind ebenso andere Bewertungskriterien für die Vergabe ausschlaggebend.

Die in Deutschland führenden Marktplätze für Kredite von Privat sind:

auxmoney → und

lendico →

Wer also eine Möglichkeit sucht, günstig an Geld zu kommen, sollte dort unbedingt einmal vorbeischauen. Freiberufler und Selbstständige sind auf  solchen Plattformen stets willkommen!

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